Immobilien als Kapitalanlage: welche Rendite nehmen?

Stephanie Schäfer: Oh, die Kamera läuftschon.

Hallo, ich begrüße Sie zu Immobilien verständich.

Heute das Thema Rendite.

Und zwar: was ist der Unterschied zwischen Bruttorendite undNettorendite.

Zu meiner Rechten der Gast meines Vertrauens,Martin Kausch.

Makler und Sachverständiger.

Fangen wir doch mal mit der Bruttorenditean.

Martin Kausch: Die Bruttorendite ist die Rendite,die Makler am liebsten nehmen.

Stephanie Schäfer: Ja, das ist nämlich diehöhere.

Und deswegen schreibt man die gerne hin.

So, die Bruttorendite ist -einfach gesprochen-Jahresmieteinnahme durch Kaufpreis.

Die Bruttorendite stellt eigentlich nicht so die Wahrheit dar.

Die Wahrheit ist eigentlich eher die Nettorendite.

Martin Kausch: Weil wir auch Kosten haben.

Immobilien sind mit Kosten verbunden.

Die sollte man auch berücksichtigen.

Stephanie Schäfer: So, die Nettorendite, ganz kurz: sind die Jahresmieteinnahmen minusBewirtschaftungskosten.

Das ist nämlich schon weniger.

Durch Kaufpreis plus Erwerbsnebenkosten.

Das ist schon mehr.

Martin Kausch: Weil wir müssen ja rechnen,bei den Erwerbsnebenkosten.

Das ist jetzt von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich.

Das ist bei uns in NRW 6,5 Prozent Grunderwerbssteuer.

Ich muss rechnen, 1,5 Prozent Notar und Gerichtskosten.

Da habe ich schon einmal acht Prozent.

Und wenn man über einen Makler kauft, hat mandreieinhalb, ist sage mal aufgerundet vier Prozent Provision.

Also rede ich von zwölfProzent Erwerbsnebenkosten.

Stephanie Schäfer: So, also Kaufpreis pluszwölf Prozent.

Und jetzt kommen wir mal zur Jahresmiete: an Bewirtschaftungskosten fallenmir drei Punkte ein.

Das sind einmal die Instandhaltung, das Mietausfallwagnis und die Verwaltungskosten.

So und die bleiben ja beim Eigentümer hängen.

Bei uns sagt man, nehmen wir mal roundaboutzwanzig Prozent.

Das schwankt nach Alter und Art.

Ziehen Sie mal zwanzig Prozent ab.

Martin Kausch: Also habe ich nur achzig Prozent meiner Jahresmiete.

Stephanie Schäfer: Und das ist, was wir Rheinländer sagen: cash in de täsch.

Martin Kausch: cash in de täsch, achzig Prozent der Jahresmiete.

Geteilt durch einen erhöhtenKaufpreis durch die Erwerbsnebenkosten.

Und damit habe ich eine geringere Rendite.

Vermeideaber, dass ich mir was schönrechne.

Stephanie Schäfer: Also, die Nettorenditesieht immer nicht so schön aus.

Ist deutlich geringer.

Ist aber die wahrere Rendite.

Martin Kausch: Das was man als Grundlage nehmen sollte für seine Berechnungen.

Stephanie Schäfer: Wie hoch soll denn bei einer Wohnimmobilie heute die Rendite sein?Martin Kausch: Also, ich habe früher mal gelesen und mal gelernt, mindestens siebenProzent Rendite.

Stephanie Schäfer: Also, sieben Prozent,die hätte ich auch gerne.

Bitte bei mir melden.

Martin Kausch: Das gibt es heute nicht mehr.

Wenn ich eine Immobilie mit sieben Prozent Rendite sehe, denke ich automatisch, oh Gott,hohes Risiko.

Weil hohe Rendite heißt immer auch hohes Risiko.

Geringe Rendite heißtauch geringeres Risiko.

Stephanie Schäfer: Also ganz kurz.

wenn derKäufer sieht, es ist ein hohes Risiko, dann sagt er, ich bin mit der Immobilie einverstanden,aber dafür muss die mir eine höhere Verzinsung bringen – sprich Rendite.

Martin Kausch: Dafür nehme ich auch gewisse Risiken, zum Beispiel Leerstand oder schlechtereLagen, in Kauf.

Stephanie Schäfer: Und deswegen sind Gewerbeimmobilienja eigentlich meist höher verzinst, höhere Rendite, als sichere Wohnimmobilien.

Martin Kausch: ich kann mal bei uns hier im Bereich kann man sagen.

Sieben Prozent istvorbei.

Heute zwischen drei und vier Prozent, das ist schon eine gute Rendite.

Und das istimmer noch mehr, als wenn ich mein Geld bei einer Bank aufs Konto lege.

Stephanie Schäfer: ok.

So, Sie haben jetzt erfahren, was ist der Unterschied zwischenBrutto- und Nettorendite und wie hoch sind die ungefähr.

Und da bleibt mir eigentlichnur der Abspann: wenn Ihnen dieser Film gefallen hat, denken Sie dran: Daumen hoch.

Martin Kausch: abonnieren Sie den Kanal, damit wir in Zukunft auch weiter so schöne Vorträgehalten können.

Stephanie Schäfer: Und wir sehen uns nächstesMal wieder.